Träume gelten gemeinhin als ein Spiegel der Seele. Sie spiegeln dir einen wertfreien und tiefen Einblick in dein Unterbewusstsein und in deine emotionalen Zustände. Genauso neutral, wie es ein Spiegel tut, wenn er dein Äusseres wiedergibt, ganz vorurteilsfrei und kommentarlos. Träume zeigen einfach was in dir vorgeht.
Im Wachzustand in unserem Alltag sind wir geneigt, unsere Ängste, Hoffnungen, Wünsche, oder ungelöste Konflikte zu unterdrücken. In unseren Träumen gelingt uns dies nicht. Diese Gefühle zeigen sich in symbolischer Form, anhand einer reichhaltigen Bilderwelt.
Im Schlaf verarbeiten wir Eindrücke und Erlebnisse aus dem Alltag. Dies ist unglaublich wichtig für unser Wohlbefinden. Manchmal lassen wir während des Schlafs gewisse Dinge an uns heran, die wir sonst nicht wahrhaben wollen. Auf diese Weise reift unsere Persönlichkeit, da wir durch die Aufarbeitung uns selbst besser verstehen. Unsere verborgenen Bedürfnisse und Wünsche, unterdrückten Gefühle, negative Emotionen und Ängste und inneren Kämpfe klarer wahrnehmen können, wobei Ängste als stärkste Emotion wahrgenommen werden. Auch Gerüche und Geräusche nehmen wir wahr. Sie können sehr real wirken, wie z.B. das startende Geräusch der Wasch- oder Geschirrspülmaschine, das knackende Geräusch einer Heizung, oder Gerüche eines Kellers, eines Stalls, aus der Küche usw.
Ein paar Einblicke in häufig vorkommende Traumbilder mit grundsätzlichen Deutungen aus schamanischer Sichtweise.
· Wasser in all seiner Form, als Meer, als Fluss, als Bach oder als Teich kann viel über deine innere Welt aussagen.
Ruhiges klares Wasser deutet auf emotionale Stabilität und innere Ausgeglichenheit hin. Du fühlst dich im Moment im Gleichgewicht und im Frieden mit dir Selbst und wünscht dir, dass es so bleibt.
Stürmisches und trübes Wasser kann ein Zeichen für Unruhe oder unverarbeitete Gefühle sein. Vielleicht gibt es ungeklärte Themen, die deiner Aufmerksamkeit bedürfen.
· Eine Schlange kann dich auf bevorstehende Veränderungen oder auf tiefgreifende Veränderung in deinem Leben hinweisen. Du wirst aufgefordert dich von veralteten Denkmustern oder emotionalen Blockaden zu befreien, um Raum für Wachstum und Erneuerung zu schaffen.
· Ein oder mehrere Ballone, die in den Himmel aufsteigen, deuten auf eine Sehnsucht nach Freiheit hin, oder danach, dich über die Dinge deines Alltags zu erheben und sie von oben, aus einer neutralen Perspektive zu betrachten.
· Bote und Schiffe symbolisieren oft unsere emotionale Reise, den Umgang mit unserem Unbewussten. Ein Schiff aufruhiger See steht für Stabilität und positive Entwicklungen. Auf stürmischem Meer widerspiegelt es Unsicherheiten und Herausforderungen.
· Eine Erbschaft ist ein Zeichen für eine Sehnsucht nach mehr Stabilität oder finanzieller Freiheit. Es kann auch auf ungelöste familiäre Themen hinweisen, die dich beschäftigen, oder auf den Wunsch nach Anerkennung und Wertschätzung.
· Geld symbolisiert den Fluss von Energien, spirituellem Reichtum oder persönlicher Kraft. Es erinnert dich daran welche Energien in deinem Leben fliessen oder blockiert sind und auf das Wahren der Balance zwischen Geben und Nehmen.
Geht viel Geld verloren, erinnert es dich daran, dass du möglicherweise viel Energie an etwas oder jemanden verschwendest, deine Kraft absorbiert wird, ohne etwas zurückzubekommen.
Bei zu viel Geld, wirst du aufgefordert deine Selbstachtung und deinen inneren Wert zu erkennen.
· Ein Fuchs symbolisiert Intelligenz, Schläue und Anpassungsfähigkeit. Es ist eine Einladung von deinem Unterbewusstsein deine Fähigkeiten zu nutzen, um bevorstehende Hindernisse und Herausforderungen mit Raffinesse zu begegnen. Du kannst ihn auch als Trickster, Schelm verstehen, der dich zu positiven Veränderungen anstösst, dich auffordert genau hinzusehen und die Reise deines Lebens auch mit Humor zu nehmen.
Träumen tun wir wirklich immer, jede Nacht, auch wenn wir uns nicht an unsere Träume erinnern können. Die Wissenschaft scheint sich einig darüber zu sein, dass Träume eine ganz natürliche Funktion unseres Gehirns sind, eine notwendige Fähigkeit, um Eindrücke des Tages zu ordnen, Emotionen, Erlebnisse, Konflikte und Gedanken zu verarbeiten.
Grundsätzlich finden Träume statt, wenn unser Bewusstsein, unsere Geisteshaltung, die Kontrolle an das Unterbewusstsein abgibt. Mit unserem Schlaf durchwandern wir einen Zyklus mit zwei aufeinanderfolgenden Phasen. Der Non-REM und der REM (Rapid Eye Movement) Schlafphase. Diesen Zyklus durchlaufen wir mehrmals, bis wir wieder aufwachen.
Wir beginnen unsern Schlaf mit der Non-REM-Phase.
· mit der Einschlafphase, beziehungsweise mit leichtem Schlaf. Es ist ein entspanntes Loslassen. Der Körper kommt zur Ruhe, der Puls und die Atmung werden langsamer
· es folgt die Leichtschlafphase. Die Muskeln entspannen sich noch mehr, die Atmung und der Puls werden noch langsamer
· und nun geht es in die Tiefschlafphase über. Die Gehirnaktivität wird noch weiter zurückgefahren und wichtige Hormone, die für die Regeneration eine bedeutsame Rolle spielen, werden ausgeschüttet.
Träume, die in der Tiefschlafphase stattfinden, verarbeiten kurze Themen oder Wiederholungen von unverarbeiteten Tagesthemen. Sie sind grundsätzlich weniger greif- und nachvollziehbar. Wir vergessen sie schnell.
Anschliessend führen wir unseren Schlaf nun mit der REM-Phase fort.
· der Schlaf wird wieder leichter und unser Gehirn wird überaschenderweise fast genauso aktiv wie es im Wachzustand ist. Hier träumen wir besonders häufig und lebhaft, während wir die Eindrücke des Tages sortieren
· Atem und Herzfrequenz steigen und wir die typischen Augenbewegungen zeigen
· unsere Muskeln sind in dieser Phase meist in einem Zustand, den man fast als Lähmung bezeichnen könnte. Diese Starre ist auch nötig, denn sonst würden wir die Bewegungen, die wir in unseren Träumen ausführen, tatsächlich machen.
Träume in dieser REM-Phase sind sehr ungewöhnlich und können realitätsfremd wirken. Wir führen sie in unseren Erinnerungen mit uns. Es sind Träume unseres Unterbewusstseins, unserer Seele, die unterdrückte Gedanken und Wünschen zum Ausdruck bringen und uns Botschaften vermitteln, die wir im Moment oder in Zukunft benötigen, um uns zu unserem Lebensweg, unserer Bestimmung, zurückzuführen. Oder, sie zeigen uns Gründe auf, die zu Unpässlichkeiten wie, Migräne, Depression, Demenz führen können. Zu diesen Träumen, sollen wir ein Traumtagebuch führen. Ein paar Hinweis dazu weiter unten.
In dieser Schlafphase finden auch Luizide und Alpträume statt.
Luizide Träume, sind Träume, in denen wir den Ausgang verändern können. Sie sind auch als der Traum-im-Traum bekannt.
Alpträume sind Träume, mit welchen wir emotionale Erlebnisse und Stresssituationen verarbeiten
Wie schon erwähnt, durchlaufen wir den ganzen Zyklus mehrmals während unseres Schlafs. So wechseln sich Perioden ohne Träume und mit Träumen immer wieder ab, wobei wir die intensivsten Träume meist in den frühen Morgenstunden erleben.
Unsere Träume können wir leichter wahrnehmen, indem wir uns von den Eindrücken und Erlebnisse des Alltags befreien. Wir können z.B. am Abend spazieren gehen, den Alltag review passieren lassen und der Natur die Themen mitteilen, die uns am Tag sehr beschäftigt haben. Eine weitere Möglichkeit wäre die Aura, unser Energiefeld, zu reinigen, damit wir uns von den äusseren Einflüssen, die wir im Alltag erlebt haben, lösen können.
Falls du gerne mit der Deutung deiner Träume beginnen möchtest, so können dich die folgenden 5 schamanischen Grundregeln bei der Interpretation der Bilder, die du bekommen hast und deinen Gefühlen, die dich begleitet haben, unterstützen.
· Fliegen, egal wie, mit dem Flugzeug, einem Drachenflieger, einem Fallschirm. Es zeigt dir, dass du einen anderen Weg gehen, dich verändern solltest, ohne Spuren zu hinterlassen. Es bedeutet eine Veränderung herbeizuführen, ohne zu kämpfen. Die Veränderung mit dem Ansatz durchführen, «Danke, dass ich das erleben darf.» Mit diesem Ansatz erfährst du Befreiung und kannst deine gewonnenen Kräfte mutig einsetzen, um die Veränderung herbeizuführen.
· Eine Strasse weisst dich darauf hin, dass du auf deinem eingeschlagenen Weg bleiben und nicht umkehren solltest. Es ist ein Weg ohne Rückkehr in das Neue und Unbekannte. Sei mutig, es ist die Botschaft deiner Seele, die dir einen weiteren Schritt auf deinem Weg zu dir SELBST aufzeigt.
· Der Tod weist dich auf einen Neubeginn hin. Achte auf die Natur und die Tierwelt. Sie machen es uns auf eindrückliche Weise vor, wie Neues entsteht. Zum Beispiel nach einem Waldbrand oder einem Erdrutsch.
· Gefangen oder eingeengt sein. Egal in welcher Form, die Botschaft weisst dich darauf hin, endlich aus dir herauszukommen und dich von alten Denkmustern zu befreien. Schaffe dir eine neue Ausgangslage mit der Sichtweise, Probleme als Herausforderungen dankbar anzunehmen und als persönliche Wachstumschancen zu betrachten.
· Wasser, das Meer oder Fische aller Art, deuten auf ein altes Wissen von früheren Inkarnationen hin. Dieses Wissen steckt in dir. Fische sind tiefgründige Symbole, die mit der spirituellen und emotionalen Dimension des Lebens verbunden sind. Fische tauchen häufig in Träumen auf, um wichtige Botschaften der Seele, oder tiefgreifende Wahrheiten zu vermitteln.
Gefühle und Eindrücke, die dich während deines Traumes begleitet haben, geben dir einen weiteren wichtigen Hinweis dazu, wie du mit der bilderhaften Botschaft umgegangen bist. Ein Gefühl der Leichtigkeit, der Unbeschwertheit, der Freude, wirken motivierend, während Ängstlichkeit, unangenehm empfundene Gerüche oder Geräusche eher die Verdrängung der Botschaft deines Traums fördert. Hier solltest du dir Gedanken zum Grund, dem «Warum» du kein stimmiges Gefühl in deinem Traum empfunden hast, machen. Denn, deine negative Emotionalität deutet auf eine energetische Blockade hin, die, mit ihrer Auflösung, dich befreit und dich mutig stimmt, die Botschaft deines Traumes in deinem Leben verwirklichen zu wollen.
Mit einem geführten Traumtagebuch, etwas Geduld und Übung, wird es dir gelingen, die Zusammenhänge aus den Botschaften deiner Träume zu erkennen. Die folgenden vier Schritte können dich dabei begleiten, deine Träume mit der Zeit immer klarer zu erfassen.
I. Besorge dir einen Notizblock oder ein Heft mit einem Stift und lege es, leicht griffbereit, neben dich auf einen Nachttisch.
II. Mache es dir zur Gewohnheit, mit geschlossenen Augen beim Aufwachen, deinen Traum in Worte zu fassen. Das, was dir gezeigt wurde, du gehört, gesehen, gespürt, oder auf andere Weise wahrgenommen hast.
III. Schreibe es auf, so wie du dich an deinen Traum erinnerst, auch wenn es anfänglich nur Bruchstücke sind. Vertraue darauf, dass die Erinnerungen immer ausführlicher und lebendiger werden, je länger du dein Traumtagebuch führst.
IV. Die folgenden Fragen können dich beim Notieren deiner Träume unterstützen:
· An welchem Ort hat sich der Traum abgespielt?
· Wer war dabei und was haben diese Menschen und Wesen für Emotionen bei dir ausgelöst?
· Was ist passiert, gab es einen klaren Handlungsstrang, oder war alles chaotisch?
· Welche Emotionen spielten in deinem Traum eine Rolle?
· Gab es auffällige Gegenstände, Tiere oder andere Symbole?
· Hattest du ein Gefühl der Kontrolle, oder passierte alles wie von selbst?
Zum Schluss, ein Spruch der Schamanen…
«Wer arbeitet hat keine Zeit zum Träumen. Wer träumt findet die Weisheit.»
Oder, wie es der bekannte Psychologe C.G. Jung es mit seinemZitat formulierte…
„Das Privileg eines Lebens ist es, der zu werden, der man wirklich ist.“
Ich wünsche dir, dass du dich an deine Träume erinnerst und ihre Botschaften aus dem tiefsten deines Wesens in dein Leben integrieren kannst. Falls du eine Unterstützung zur Deutung deiner Träume dir wünschst, tue ich dies gerne.

